{"id":101,"date":"2011-04-30T12:18:14","date_gmt":"2011-04-30T12:18:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hardturm.ch\/luz\/?p=101"},"modified":"2011-04-30T12:18:14","modified_gmt":"2011-04-30T12:18:14","slug":"viele-arbeitsplatze-wohlstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hardturm.ch\/luz\/2011\/04\/viele-arbeitsplatze-wohlstand\/","title":{"rendered":"Viele Arbeitspl\u00e4tze = Wohlstand?"},"content":{"rendered":"<p>Ein paar Gedanken angeregt von <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/mobile\/wirtschaft\/unternehmen-und-konjunktur\/Sie-schaffen-Glueck-keine-Jobs\/s\/30118645\/index.html\" target=\"_blank\">&#8220;Sie schaffen Gl\u00fcck, keine Jobs&#8221; von Philipp L\u00f6pfe (TA vom 26.4.2011) <\/a><\/p>\n<p>Sich mit der Frage nach dem Nutzen von Social Media auseinanderzusetzen wie es der Artikel verspricht, f\u00e4nde ich durchaus spannend. Leider scheint mir die ganze Argumentation an einem unreflektierten Dogma aufgeh\u00e4ngt: Viele Arbeitspl\u00e4tze = Wohlstand.<\/p>\n<p>Doch wieso eigentlich soll hektische Aktivit\u00e4t an sich Wohlstand sichern?<\/p>\n<p>Erst mal ist das Gegenteil der Fall. Wohlstand besteht darin, dass die Menschen sich eben <em>nicht<\/em> total abrackern m\u00fcssen, um zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Um das zu erreichen, gibt es zwei Wege: Erstens: Andere die Arbeit machen lassen &#8211; fr\u00fcher waren es Sklaven, sp\u00e4ter kamen die Maschinen mit dem Energieverbrauch dazu. Und zweitens: Verbesserung der Methoden, so dass mehr mit weniger Aufwand erreicht werden kann.<\/p>\n<p>Auf beiden Wegen sind wir lange und weit vorw\u00e4rtsgekommen. W\u00e4hrend sich aber sich die Grenzen der Versklavungsm\u00f6glichkeiten und der Resourcenverschwendung \u00fcberall unerbittlich zeigen, ist das Potential unendlich, neue Methoden zu finden, um das Vorhandene besser zu nutzen, und dann zu verbreiten. Die Natur macht das seit Millionen von Jahren, und wir nennen es Evolution.<\/p>\n<p>Diesbez\u00fcglich sind wir an einem interessanten Punkt. Bis vor sehr wenigen Jahren hielt die Biologie das absolute Monopol in der Informationstechnologie.\nSpeicherdichten und Replikationsmechanismen wie in den Genen, Verarbeitungskapazit\u00e4ten wie in Gehirnen waren technisch unvorstellbar. Nicht mehr so sehr heute. Dass deswegen die Roboter bald die Herrschaft \u00fcbernehmen halte ich zwar f\u00fcr Quatsch. Nicht aber, dass die Informationstechnik f\u00fcr die Evolution (der Menschen) relevante Gr\u00f6ssenordnung bekommen hat.<\/p>\n<p>Vielleicht muss ich es noch etwas zuspitzen, damit der Gedanke klar wird: Was anderes, als eine schnelle Entwicklung des Bewusstseins der gesamten Menschheit kann uns noch retten? Und was anderes als die effiziente Verbreitung von Wissen und Erfahrung k\u00f6nnte dazu beitragen?<\/p>\n<p>Oh gewiss, ein grosser Anspruch an Facebook &amp;Co :-)<\/p>\n<p>Aber auch weniger ausschweifend betrachtet &#8211; Social Media ernsthaft daran zu messen, wiewenige Menschen dadurch in einem Datencenter f\u00fcr Lohn Dienst schieben d\u00fcrfen, ist absurd.<\/p>\n<p>Oder zumindest irrelevant, sogar rein volkswirtschaftlich, im Vergleich zu den Auswirkungen dieser Informationsstr\u00f6me, z.B. in den vielen Firmen, die ihr Marketing total auf Social Media aufbauen, oder meinetwegen die an klassischen Arbeitspl\u00e4tzen damit verplemperten Stunden (oder war das schon Aufbauarbeit f\u00fcr ein zweites Standbein?). Erst recht mit einem Seitenblick auf die k\u00fcrzlichen Ereignisse im nahen Osten, die d\u00fcrften wirtschaftlich relevanter sein als jede nur denkbare Anzahl von Arbeitspl\u00e4tzen bei Facebook.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens &#8211;  dass Twitter&amp;Facebook keine Riesenapparate sind, ist eine gute Nachricht! Das heisst, dass sie noch nicht quasi unersetzlich sind. Denn wenn Social Media irgendwas bringen soll, darf es mittelfristig nicht von Herrn Zuckerbergs Laune abh\u00e4ngen, wie die Welt kommuniziert!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein paar Gedanken angeregt von &#8220;Sie schaffen Gl\u00fcck, keine Jobs&#8221; von Philipp L\u00f6pfe (TA vom 26.4.2011) Sich mit der Frage nach dem Nutzen von Social Media auseinanderzusetzen wie es der Artikel verspricht, f\u00e4nde ich durchaus spannend. Leider scheint mir die ganze Argumentation an einem unreflektierten Dogma aufgeh\u00e4ngt: Viele Arbeitspl\u00e4tze = Wohlstand. 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